Guten Morgen, ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt (Edward) | Campus Liebe

Hier kommt dann das dritte Kapitel von Campus Liebe :)



Kindesbettruhe?, oder Belastungen des Alltags


Isas Sicht:

Ich weiß nicht, wie lange Edward und ich im Wohnzimmer gesessen haben und uns einfach nur unterhalten haben. Zu einem späteren Zeitpunkt ist Levi wach geworden und wollte einfach nicht mehr schlafen. Ich kann mich daran erinnern, dass Edward die Rennkünste meines Sohnes bestaunt hat, aber mehr ist eher in eine Wolke gepackt. Ich bin mir aber sicher, dass Edward sich kurz darauf verabschiedet haben muss. Ich wüsste sicherlich, wenn mehr zwischen uns passiert wäre. Deswegen hacke ich den Abend als schön ab und klettere aus meinem Bett. Über dem Schaukelstuhl, den ich in meinem Schlafzimmer stehen habe, liegt noch eine Jogginghose und ein Top, welches ich mir überstreife, bevor ich in die Küche schlendere. Als erstes werfe ich die Kaffeemaschine an, dann mache ich mich daran, Brötchen aufzubacken und den Tisch zu decken. Als ich mir die erste Tasse Kaffee eingießen will, klingelt es an der Tür. Levi schläft noch friedlich, was ich mit einem kurzen Blick feststelle und gehe dann weiter zur Tür um den Summer zu betätigen. Mit einem Gähnen öffne ich die Tür und mein Mund bleibt vor Erstaunen offen stehen.

Guten Morgen, ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt.“, sagt er entschuldigend und lächelt ein unglaublich sexy Lächeln, von dem mir die Knie weich werden, ohne das ich es wirklich will. Edward sieht wirklich sexy aus, mit der Jeans und einem Hemd. Sein Haar steht wie immer wirr vom Kopf ab, aber seine Augen sind hell und blicken zufrieden zu mir herab. „Ich hab dir Frühstück mitgebracht, aber so wie es hier riecht, komme ich zu spät.“, erzählt er weiter, als ich es gerade mal schaffe, meinen Mund zu schließen.

Oh. Ich erinnere mich nicht daran, dass wir so was ausgemacht hätten.“, sage ich zerknirscht und Edward lächelt mich einfach unvermindert an.

Keine Angst, wir haben nichts ausgemacht. Ich fand den Abend gestern ganz schön und wollte mich mit einem gemeinsamen Frühstück bedanken.“, beschwichtigt er mich sofort und endlich kann ich ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern.

Ich fand den Abend auch schön. Aber deswegen hättest du nicht herkommen müssen. Musst du nicht arbeiten?“, frage ich ihn, als ob ich ihn loswerden wollen würde, aber ich möchte nicht, dass er wegen mir Ärger bekommt.

Alles ist gut.“, lächelt er und ich lasse ihn herein. Er tritt über die Schwelle und achtet darauf, mich nicht zu stark dabei zu berühren, aber die kleinste Berührung lässt Schauer über meinen Rücken laufen. Zittrig folge ich ihm nun in die Küche und lächele vor mich hin, als Edward den Kaffee in die Tasse gießt, als würde er hier wohnen. Dann reicht er die Tasse mir und füllt sich selbst eine Tasse mit dem Gebräu. Dann dreht er sich zu mir um und lächelt mich entschuldigend an.

Tut mir leid, wenn ich einfach so an deine Sachen gegangen bin.“, entschuldigt er sich sofort und ich winke nur ab.

Schon in Ordnung. Deine Brötchen sind sicherlich besser, als die im Ofen.“, grinse ich und nehme die Tüte, die er neben die Maschine gestellt hat. „Ich geh nur eben Levi wecken, dann können wir frühstücken.“

Edwards Sicht:

Ich weiß gar nicht, wieso ich überhaupt hier bin. Eigentlich sollte ich mich von ihr fernhalten, aber es klappt einfach nicht. Sie ruft etwas in mir wach, was ich nicht mehr von mir gekannt habe, aber irgendein Teil von mir, ist gar nicht so abgeneigt gegen diese Seite von mir. Mein Beschützerinstinkt ist in dem Moment zum Leben erwacht, als ich von Levi erfahren habe. Eigentlich sollte mich seine Existenz nicht beeinflussen, ob ich seine Mutter mag, aber ich habe sie schon vorher gut gefunden. Mehr als mir lieb ist und ich will sie nicht wieder aus meinem Leben verschwinden sehen. Das ich solch Gedanken habe, müsste mich eigentlich mehr beunruhigen, als es in Wirklichkeit in mir auslöst.

Aus dem Nebenzimmer kommt aufgeregtes Gequatsche und dann stürmt ein aufgeregter Levi in die Küche. Dicht gefolgt von Isa. Sie schüttelt nur den Kopf über ihren Sohn, aber er bleibt aufgeregt vor mir stehen.

Kommst du jetzt öfters hier zu Besuch?“, fragt er mich sofort, als wäre es das normalste auf der Welt.

Wenn deine Mummy nichts dagegen hat.“, antworte ich ihm und er dreht sich auf einem Fuß um – ich bestaune seine Künste schon wieder – und er schaut Isa fragend an.

Abwarten, Liebling.“, weicht sie der Antwort aus und ich kann sie verstehen. Sie möchte ihm noch nichts versprechen, weil sie auch nicht weiß, ob zwischen uns überhaupt etwas passieren wird und wenn nicht, wie schnell suche ich das weite. Sie will ihren Sohn nicht verletzen, wenn ich plötzlich wieder verschwunden bin.

Er dreht sich erneut zu mir um und schaut mich nun eindringlich an. Er scheint mich von oben bis unten zu mustern und nickt dann zustimmend.

Ich mag dich.“, stellt dieser fest und ich schaue ihn erstaunt an. Dann weicht mein Blick zu Isa und sie lächelt ein wenig zurückhaltend.

Mein Sohn.“, sagt sie als Feststellung und schüttelt den Kopf. „Frühstück, Spatz. Komm setz dich.“

Lächelnd lassen wir uns nun an den Tisch nieder und machen uns fast über das Essen her. Dabei erzählt Levi aufgeregt, was er heute alles machen will, aber Isa muss ihn bremsen, da er gar nicht zum Kindergarten darf. Daraufhin schmollt er und will gar nichts mehr essen.

Wir sehen uns dann heute Abend.“, sage ich leicht süffisant und Isa kann nur noch nach Luft schnappen, bevor sie den Kopf schüttelt und ich aus dem Haus bin. Ich muss sie einfach aus ihrem Schneckenhaus herauslocken und wenn ich es mit ein wenig Aufdringlichkeit hinkriege, dann bin ich zufrieden. Ich werde nie der komplett Alte werden können, denn dafür bin ich schon viel zu lange ein Macho, aber ich will für mich ein passendes Mittelmaß finden.

Isas Sicht:

Ich stehe immer noch an der Tür, obwohl Edward schon vor gut zehn Minuten verschwunden ist. Aufdringlich. Anders kann ich dieses Gehabe nicht erklären. Aber ein Teil von mir gefällt dieses Gehabe und so stehe ich inzwischen lächelnd dort.

Mummy.“, fordert mein Sohn meine Aufmerksamkeit, woraufhin ich die Tür zuwerfe und mich umdrehe.

Also was wollen wir heute machen? Du hast mich heut für mich allein.“, frage ich meinen Sohn grinsend, aber als ich in sein Gesicht blicke erstarre ich. Sein Gesicht ist schwitzig und ich kann von hier sehen, wie er am ganzen Körper glüht. Sofort bin ich wieder in Alarmbereitschaft. Ich gehe vor ihm auf die Knie, streiche ihm sein Haar aus dem Gesicht und mit meinem Handrücken bleibe ich auf seiner Stirn liegen. Er muss wieder starkes Fieber haben und die Mittel lassen nach. „Es wird gleich wieder besser, Liebling.“, sage ich sanft und nehme ihn hoch. Ich weiß, dass er Körperwärme nicht ertragen kann, aber ich möchte ihn auch nur in sein Bett bringen. Ich lege ihn sanft auf sein Bett und streiche ihm nochmal kurz über die Stirn, bevor ich ihm zuflüstere, sofort wieder an seiner Seite zu sein und dann leise das Zimmer zu verlassen. Aus dem Schrank im Badezimmer hole ich ein kleines Handtuch, wickele es zu einer Rolle und tränke es mit kaltem Wasser. Ich bring es meinem Sohn, um es ihm auf die Stirn zu legen und gehe dann zurück in die Küche, wo ich seine Medikamente aufbewahre. Ich nehme die entsprechenden heraus und gehe damit erneut zu meinem Sohn. Ich überrede ihn dazu, sie zu schlucken und er legt sich zurück aufs Bett. Da ich weiß, dass er nun sowieso noch nicht schläft, nehme ich eine DVD aus dem Schrank und mache sie an. Ich hole noch ein Glas Wasser und setze mich neben meinen Sohn aufs Bett. Mein Handy habe ich neben mir liegen.

Während des Filmes, trinkt Levi immer wieder ein paar Schlucke des Wassers und zum Ende hin ist er endlich eingeschlafen. Als der Film zu Ende ist, schleiche ich mich aus dem Zimmer und mache mich daran, etwas im Haushalt zu machen. Dabei wandern meine Gedanken immer wieder zu Edward, der heute wieder vorbeikommen wird und wieder verbringen wir den Abend miteinander. Sollte ich mir wirklich Gedanken darüber machen, wie der Abend verläuft, oder sollte ich es nicht einfach auf mich zu kommen lassen? Ich kann mich weiter verstecken, oder ich fange endlich zu Leben an. Edward ist vielleicht nicht der Richtige für mich, aber lieber genieße ich nun den Moment, als mir später Vorwürfe zu machen.

Zwei Stunden später wird Levi erneut wach, hat seinen Fieberschub noch nicht überstanden. Während ich Levi erneut ins Bett bringe, kommt eine SMS auf mein Handy, aber ich kann mich erst darum kümmern, als Levi neben mir eingekuschelt einschläft.

Ich hoffe, Levi geht es soweit gut. Ich danke dir für den schönen Morgen. Was magst du lieber: Italienisch oder Mexikanisch? Grüße, Edward

Ich muss trotz des Morgens lächeln. Ich streiche meinem Sohn durchs Haar, während ich schnell die Tasten meines Handys tippe.

Levi leidet wieder unter Fieberschüben, aber das wird schon wieder. Italienisch. Grüße, Bella

Keine zwei Minuten später bekomme ich eine Antwort.

Ich bring für deinen kleinen Mann noch etwas mit, dann wird es ihm bald wieder besser gehen.

Jetzt muss ich die Nachricht mehrmals lesen, bevor ich die Worte dahinter verstehe. Er sorgt sich um Levi. Er akzeptiert, dass ich einen Sohn habe. Mir wird ganz warm, während ich meinen Sohn sanft in meinen Armen wiege.

Drei Stunden später...

Ich habe mich gerade aus den klammernden Armen meines Sohnes befreien können, als es an der Tür klingelt. Für Edward eigentlich noch ein wenig zu früh, aber wer weiß das schon so genau. Ich schließe leise die Tür hinter mir und gehe dann zur Haustür. Tatsächlich steht aber Angela davor und grinst mich schelmisch an.

Du hättest mir doch mal wenigstens sagen können, dass du die Uni schwänzt, dann hätte ich das auch tun können.“, ereifert sie sich auch sofort. Das habe ich ja vollkommen vergessen. Ich war gestern so neben der Spur, dass ich das gar nicht mitbekommen habe.

Es tut mir leid. Levi ist krank und muss zuhause bleiben.“, sage ich entschuldigend, während Angela sich an mir vorbei in die Küche schiebt. Dort macht sie sich leckeren Kaffee und schüttet mir auch noch eine Tasse ein, die sie mir auf den Fuße reicht. Ich nippe daran, während sie sich an den Küchentisch setzt.

Dafür brauchst du dich doch nicht entschuldigen, Isa. Ich würde dir niemals einen Vorwurf daraus machen.“, sagt Angela sofort. Als es dann erneut klingelt, scheint meine Situation perfekt zu sein. Das wird dann wohl Edward sein. Ich öffne gerade die Tür, als sich die Tür zu Levis Zimmer öffnet. Seufzend lächele ich Edward entschuldigend an, deute auf die Küche und gehe dann vor meinem Sohn in die Hocke. Während ich ihm in die verschlafenden Augen schaue, streiche ich ihm über die glühende Stirn und nehme ihn dann hoch.

Du kriegst sofort deine Medikamente, dann geht es dir wieder besser.“, flüstere ich, während ich Edward in die Küche folge. Angelas Augen sind weit aufgerissen, während sie zu stottern beginnt.

Ihr kennt euch ja schon.“, sage ich überflüssigerweise und Edward schaut über die Schulter zu mir und grinst mich frech an, während er sich wieder an Angela wendet.

Ich kann meinen Charme spielen lassen.“, sagt dieser lässig, bevor er sich neben den Kühlschrank stellt und seine Einkäufe darin verstaut. Ich habe gedacht, er würde etwas von Italiener mitbringen, aber das er vorhat mit mir zu kochen, überrascht mich. Stören tut es mich aber nicht.

Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet, Isa. Es ist aber eine freudige Überraschung. Besonders das du ihm von Levi erzählt hast.“, sagt Angela nun, da sie sich wieder gefangen hat.

Edward macht bei dem Kinderarzt sein Praktikum, deswegen weiß er von Levi. Danach habe ich ihn hierher eingeladen, damit wir reden können. Das Treffen heute hat er mir aufgezwungen.“, grinse ich ihn frech an, bevor ich Angela anschaue. Gleichzeitig fülle ich ein Glas mit Wasser und überrede Levi dazu, dass ganze Glas zu trinken.

Isa, du musst dich nicht vor mir rechtfertigen. Es ist gut.“, sagt diese beschwichtigend und wedelt grinsend mit der Hand. „Ich will dann auch nicht weiter stören.“

Sie umarmt mich um Levi herum, winkt Edward grinsend zu und verschwindet, bevor ich überhaupt irgendwas gemerkt habe.

Du hast eine wirklich interessante Freundin.“, grinst Edward nun, als er sich zu mir umgedreht hat.

Das hab ich wohl.“, sage ich murmelnd. Jetzt stehe ich hier wie angewurzelt und weiß nicht, wie ich Levis Medikamente fertig machen soll, wenn ich ihn auf den Arm habe, aber absetzen kann ich ihn jetzt auch nicht, weil er das sicherlich nicht wollen würde. Wütend auf mich selbst, trete ich von einem Fuß auf den anderen.

Soll ich dir irgendwo bei helfen?“, fragt Edward mich gelassen.

Ähm...“, dabei überlege ich, was ihm lieber wäre. Levi auf den Arm nehmen, oder die Medikamente dosieren.

Ich müsste seine Medikamente fertig machen.“, sage ich seufzend.

Dann komm, ich nehme ihn dir ab, ich habe sowieso was für ihn.“, sagt er und kommt einen Schritt auf mich zu. Levi schaut zu ihm auf. Seine Augen sind zwar ein wenig milchig durch die Grippe, aber trotzdem leuchten sie bei den Worten von Edward auf.

Möchtest du, dass Edward es dir zeigt?“, frage ich ihn lächelnd, weil ich weiß, dass Edward niemals was unangemessenes für Levi holen würde. Levi nickt eifrig und ich halte ihn Edward hin. Dieser übernimmt ihn vorsichtig und hält ihn an seiner Brust fest. Lächelnd mache ich nun die Medikamente fertig, während ich das leise Gespräch von Edward und Levi mithören kann.

Schau mal her. Wir füllen den gleich mit Wasser und legen den für eine Stunde in den Gefrierfach. Dann haben wir eine kühles Kissen, der deine Stirn kühlen kann und dabei unglaublich toll aussieht.“, lächelt Edward meinen Sohn an und dieser quiekt vor Freude auf. Trotz Krankheit freut er sich. Ich drehe mich nun um und beobachte meinen Sohn.

Oh ja.“, ruft mein Sohn aus und nimmt das Kühlkissen in Form von Superman an sich und betrachtet es von allen Seiten. „Mummy, mit Wasser füllen.“, fordert mein Sohn mich nun auf und streckt es mir hin. Ich nehme es entgegen, öffne den Verschluss und fülle es wie angegeben mit Wasser. Danach lege ich es ins Gefrierfach.

Dann nimmst du aber jetzt deine Medikamente, Liebling.“, sage ich und halte ihm den Löffel hin. Mit dem Mund den er verzieht, umschließt er den Löffel und schluckt das Zeug in einem Schluck herunter. Edward beugt sich an sein Ohr, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.

Mummy, Mummy. Es gibt gleich lecker zu Essen. Edward kocht für uns.“, sagt er frohlockend, als Edward ihn auf die Beine stellt. Wiedererwartend beginnt er nicht zu schreien, sondern turnt fast lebendig aus der Küche und in sein Zimmer.

Also, du hast beschlossen zu kochen?“, frage ich ihn grinsend und lehne mich an den Kühlschrank.

Etwas leckeres, wenn du dir sorgen machen solltest. Und Kinderfreundlich, versprochen.“, sagt Edward mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht.

Das ist sehr freundlich von dir. Ich weiß nur nicht, ob ich dir glauben soll, dass du kochen kannst.“, zweifele ich ein wenig an und Edward lacht nur entrüstet auf.

Dann werde ich es dir einfach beweisen müssen.“, sagt Edward selbstsicher und kommt einen Schritt auf mich zu. Plötzlich liegt eine Hand auf meiner Wange und sein Kopf kommt meinem mehr als Nahe. Seine Lippen streichen erst kaum spürbar über meinen Mund, bevor er nochmal etwas stärker gegen meinen Mund mit seinen Lippen drückt. Instinktiv erwidere ich den Kuss und finde meine eigene Hand in seinem Haar wieder. Dieser Moment hält nicht lange an, da Edward sich vorsichtig zurückzieht. Ich weiß, dass es besser ist, aber gefallen muss es mir trotzdem nicht.

Dann beweise es mir mal.“, gluckse ich aufgeregt. „Kann ich dir denn irgendwo helfen?“

Nur den Tisch decken. Ich möchte dich heute einfach nur mal verwöhnen.“, sagt er aufrichtig.

Auch wenn mir das nicht richtig gefällt, lasse ich es heute ausnahmsweise zu, weil ich wirklich gespannt bin.“, grinse ich ihn an.

Wie gnädig, Mum.“, gluckst er, beugt sich erneut zu mir herunter und küsst mich nochmal kurz, bevor er die Zutaten wieder aus dem Kühlschrank holt. Was Nudeln darin zu suchen haben, frage ich mich zwar einen Moment schon, aber das schreibe ich gerade dem Chaos zu, der gerade noch in der Küche geherrscht hat.

Ich hole nun Teller aus dem Schrank, decke den Tisch, nehme Gabeln aus der Schublade – störe Edward dabei kurz – und drapiere sie neben den Tellern. Danach nehme ich das Kühlkissen aus dem Fach und gehe nun leise ins Kinderzimmer, wo mein Sohn auf dem Boden sitzt und seinen Holzzug hin und her schiebt.

Schau mal, Levi.“, dabei halte ich das Kissen in der Höhe.

Muss ich dafür ins Bett?“, fragt er mich mit ruhiger Stimme.

Besser wäre es, Liebling. Später gibt es dann leckeres Essen.“, sage ich liebevoll und Levi klettert etwas schwerfällig ins Bett. Sanft wickele ich das Kissen noch in ein dünnes Tuch und lege es dann auf Levis Stirn. Dieser seufzt nun wohlig auf.

Bleibst du hier, Mummy?“, fragt er nun mit piepsiger Stimme.

Wenn du das möchtest, Liebling.“, erwidere ich nur und lege mich wieder neben meinen Sohn. Er kuschelt sich an meine Seite und schließt die Augen. Das Kühlkissen liegt weiterhin auf seiner Stirn.

Es ist ein wenig ungewohnt, dass Edward in meiner Küche kocht und ich hier faul im Bett meines Sohnes liege, aber ich soll ihm ja nicht helfen. Trotzdem muss es mir nicht gefallen. Zum Glück habe ich ein kleines Buch unter dem Bett meines Sohnes versteckt, sodass ich jetzt nicht auch einschlafe. Ich ziehe es heraus und schlage die Seite auf, bei der ich letztes Mal aufgehört habe. Ich weiß nicht, wie lange ich gelesen habe. Aber allzu viele Seiten konnte ich auch nicht lesen, weil ich viel zu abgelenkt war, wenn Edward geflucht hat oder die Pfannen am scheppern waren. Als ich herüber gehen wollte, um ihm doch zu helfen, hat sich mein Sohn nur fester an mir festgehalten. Jetzt steckt Edward mit drei Tellern den Kopf ins Kinderzimmer und als er uns dort liegen sieht, lächelt er leicht, bevor er hereinkommt.

Schatz, Abendessen.“, flüstere ich meinem Sohn ins Ohr, schiebe das Buch wieder in sein Versteck und versuche mich wenigstens ein wenig aufzurichten. Ich nehme das Kühlkissen zur Seite, als Levi die Augen aufschlägt und zu quengeln beginnt. Ich ziehe ihn in eine sitzende Position und streiche ihm seine Haare aus der Stirn. Er glüht noch immer ein wenig, aber es ist schon ein wenig besser.

Ich dachte, Spagetti Bolognese lieben alle Kinder. Sogar mit etwas zu langen Nudeln.“, lächelt Edward, als er sogar den kleinen Tisch fürs Bett hervorzieht.

Oh ja.“, sagt mein Sohn ein wenig euphorisch.

Danke.“, sage ich einfach und Edwards lächeln wirkt noch freudiger. Levis kleine Portion stellen wir ihm mit dem Tisch direkt vor die Nase und Edward und ich setzen uns auf den Boden, um ordentlich zu essen. Ich nehme eine Gabel davon und schiebe sie mir in den Mund. Es ist wie eine Geschmacksexplosion auf der Zunge und ich liebe sein Essen.

Ich stelle dich als meinen persönlichen Koch ein.“, schmatze ich grinsend und schaue Edward an, der mich schmunzelnd beobachtet.

Ich glaube aber schon, dass du noch besser darin bist.“, sagt er einfach nur darauf und ich schnaube.

Erst mir beweisen wollen und dann bescheiden sein. Nicht mit mir.“, sage ich ernst.

Lecker, Eddi.“, sagt mein Sohn und ich muss leise kichern. Das hat er nur verdient. Sich schlechter machen, als er ist. Soweit kommt´s noch.

Freut mich, dass es dir schmeckt, Levi.“, lächelt Edward meinen Sohn an.

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Die Woche zuhause verläuft fast wie der erste Tag, nur das ich ab dem dritten Tag selber einkaufen musste, weil ich absolut nichts mehr im Haus hatte. Zum Frühstück hat Edward Brötchen vorbeigebracht, konnte aber nicht immer mitessen und zum Abendessen haben wir uns etwas bestellt oder einer von uns hat gekocht. Die Woche war trotz Levis Krankheit wirklich schön und ich konnte mich wirklich gut mit ihm unterhalten. Zeit weilen kommt sein Machogehabe zu Tage, aber niemals vor Levi, weswegen ich es bis zu einem bestimmten Grad akzeptiere. Edward hat mir erzählt, dass er mal anders war und durch die Umstände wurde er zu einem Macho. Er hat mir auch eines Abends gestanden, dass er das Bedürfnis hat, wieder der Alte zu werden, aber das ist nicht leicht. Dafür war er viel zu lang der Böse in der Familie, um es von einen auf den anderen Tag zu ändern. Ich möchte ihm gerne die Zeit geben, weil ich ihn mag und ich auch gerne diese Seite kennenlernen möchte.

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