Anders als Gedacht | Poetry Slam Text #1

Haay :) <3,

ich möchte euch heute eine etwas persönlichere Seite von mir zeigen. Inspiriert vom Hörbuch "Eines Tages, Baby" | Julia Engelmann, habe ich mich selbst an solch einen Text gewagt und dabei ist etwas ziemlich persönliches bei herumgekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich online stellen sollte, aber wie ihr seht, habe ich mich dazu entschieden, es euch zu zeigen. Mehr möchte ich vorher auch nicht sagen und den Text einfach auf euch wirken lassen :)

Anders als Gedacht

Du gehst zur Schule,
Mathe magst du, Englisch hasst du.
Du hast Freunde und deine Pausen sind richtig richtig gut.
Die Schulstunden überlebst du,
weil du weißt, am Nachmittag bist du wieder unterwegs.

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

Du gehst in die Abiturklasse,
du weißt, da gehörst du hin.
Trotzdem kämpfst du dich durch deine Schwächen,
sehnst dich nach deinen Lieblingsstunden.
Bist glücklich und deine Welt dreht sich weiter.
Aber eine Frage stellt sich:
Was willst du danach machen?

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

Endlich geschafft, das Abitur ist gemacht!
Du hast dich entschieden.
Im Oktober wirst du die Uni besuchen.
Deine große Liebe: Mathe.
Aber anders als gedacht, zerstört es dich.
Du bleibst auf der Strecke und findest dich in einem...
Strudel wieder. Verloren.

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

Eine Entscheidung ist gefallen.
Ein Wechsel rettet dich. Informatik.
Du kommst gut durch,
du verhaust mal eine Prüfung,
aber das ist nicht schlimm.
Du stehst wieder auf,
kämpfst dich weiter vor.
Aber so mehr Semester hinter einem sind,
so steht man wieder vor der Frage:
Was willst du machen?

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

Du wirst gefragt,
du weißt keine Antwort.
Du fühlst dich machtlos,
weil du dich so dumm fühlst.
Warum Informatik?
Natürlich: Gute Berufschancen.
Aber macht es mich wirklich glücklich?
Programmieren liegt mir nicht.
Die theoretische Informatik ist nur eine Qual.
Warum tust du es dir an?

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

Die Entscheidung so weit entfernt.
Entschlüsse werden über den Haufen geworfen,
weiter gelernt
weiter gequält.
Gedanken über das Hier und Jetzt,
Entscheidungen für die Zukunft so weit entfernt.
Was willst du machen?

Ich glaube, ich habe einen Weg gewählt,
der mich traurig, unglücklich und ziellos macht
Ich glaube, ich bin irgendwann auf der Strecke geblieben,
liegen geblieben
und nicht wieder aufgestanden.

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