Levis erstes Weihnachten | Weihnachtsspezial von "Campus Liebe" #2

Haay :)
Ich wünsche schon hier ein frohes Weihnachtsfest :)

Heute habe ich ein weiteres Kapitel aus meiner Geschichte: Weihnachtsspezial von „Campus Liebe“ für euch :) Viel Spaß beim Lesen :)


Levis erstes Weihnachten

Isas Sicht:

Ich bin noch nicht lange an der Uni, habe aber eine gute Freundin schon in den ersten Wochen gefunden. Sie hat mir angeboten, wenn ich nicht zu meinen Eltern möchte, könnte ich bei ihr und ihren Eltern Weihnachten feiern und ich bin wirklich dazu geneigt, Weihnachten dort zu feiern, als bei meinen Eltern. Ich bin zwar schon einen Schritt auf sie zugegangen, aber ich kann noch nicht wieder einen normalen Alltag mit ihnen verbringen, ohne wieder Angst um mein Kind zu haben. Dann werde ich Angela von Levi erzählen, was für mich ein kleineres Übel darstellt.

Hey Angela. Ich würde sehr gern bei dir und deiner Familie Weihnachten feiern, aber dann möchte ich dir etwas erzählen.“, sage ich lächelnd, obwohl mich ihre nicht vorhersehbare Reaktion nervös macht.

So schlimm kann es doch nicht sein.“, lacht sie auf und ich schüttele lächelnd den Kopf. Schlimm ist Levi keinesfalls.

Ich würde noch jemanden mitbringen.“, sage ich einfach frei heraus und jetzt muss Ang richtig laut lachen.

Dein Freund ist natürlich herzlich eingeladen.“, sagt Angela freudestrahlend.

So meinte ich das...“, beginne ich, aber Ang unterbricht mich sofort.

Du brauchst es mir nicht erklären. Es ist alles in Ordnung. Sei einfach morgen um 16 Uhr bei mir, dann fahren wir zusammen heraus.“, sagt Angela, küsst mich auf die Wange und ist dann verschwunden.

Okay. Dann hoffen wir mal, dass sie morgen meinen „Freund“ mag.“, flüstere ich leise in die Stille der Bibliothek, wo ich zuvor Ang aufgetrieben habe.

Am nächsten Nachmittag...

Der Maxi Cosi ist unhandlich, aber notwendig, wenn wir zwei Stunden im Auto verbringen wollen. Zum Glück passt Levi da noch herein, sonst hätte ich Levi und einen Kindersitz hinschleppen müssen. Ang hat mich am gestrigen Tag nicht ausreden lassen, sonst hätte ich sie fragen können, ob sie mich abholt. Ich stehe pünktlich vor ihrer Tür, als sie auch schon herauskommt.

Oh hallo, wo ist denn dein Freund?“, fragt sie mich auch sofort und ich lächele etwas schüchtern. Ich drehe den Maxi Cosi herum, sodass Angela meinen „Freund“ betrachten kann. „Oh Gott, er ist aber süß.“, sagt sie sofort lächelnd.

Ich möchte dir meinen Sohn vorstellen. Ang, dass ich Levi.“, sage ich lächelnd, weil Angelas Reaktion einfach unglaublich liebevoll ist. Sie lächelt meinen wachen Sohn an und streicht ihm über die Wange, als wäre es das das natürlichste auf der Welt.

Du hättest mir ruhig früher von ihm erzählen können.“, sagt sie halb tadelnd, aber gleichzeitig lächelnd.

Es ist noch ungewohnt.“, sage ich entschuldigend.

Das kannst du mir auf der Fahrt genauer erklären.“, sagt sie dann verwirrt.

Am Abend...

Im Auto habe ich ihr dann nur erzählt, dass ich wegen dem Abschluss der Schule nicht viel Zeit für ihn hatte und sich meine Eltern um ihn gekümmert hätten. Den Rest habe ich ihr lieber verschwiegen. Aber das war auch nicht nötig. Angela hat es einfach so akzeptiert und so wurde die Fahrt dann doch entspannend. Jetzt stehen wir vor dem Haus ihrer Eltern und ich bin am überlegen, ob ich den Maxi Cosi selber mitnehmen soll oder nicht. Levi kann nicht sehr gut im Maxi Cosi schlafen, was gegen ihn sprechen würde, aber ich habe seine Kuscheldecke dabei, auf der er schlafen könnte, wenn sie nichts dagegen haben. Aber ich habe auch sein Tragetuch dabei.

Was überlegst du?“, fragt Ang mich in meine Gedanken hinein.

Ob der Maxi Cosi sinnvoll ist, oder nicht.“, gebe ich lächelnd zu. „Aber ohne ist wohl besser.“

Damit machen wir uns auf den Weg. Ich hebe den schlafenden Levi vorsichtig heraus und drücke ihn sanft an meine Brust.

Ich hätte nie damit gerechnet, dass du Mutter bist.“, sagt Angela lächelnd.

Ich bin nicht die typische Mutter, nicht wahr?“, frage ich sie und sie nickt. Inzwischen stehen wir an der Tür. Angela hat die Tasche übernommen und öffnet mit einem Schlüssel die Tür.

Mum, Dad. Ich habe uns ein aufregendes Weihnachten beschert.“, ruft sie ins Haus und ich muss auch leise lächeln.

Ich dachte, du hättest von mir erzählt?“, schaue ich sie stirnrunzelnd an.

Habe ich auch, aber ich habe von einem Freund erzählt und nicht von einem Baby.“, flüstert sie zurück.

Das muss ich mit eigenen Augen sehen.“, höre ich eine Frau zurückrufen.

Wir kommen, Mum.“, ruft Angela wieder zurück und zieht mich dann durch den länglichen Flur ins ein geräumiges Wohnzimmer. Die Couchlandschaft nimmt den gesamten Platz ein, aber ein großer Weihnachtsbaum steht direkt vor den Terrassentüren. Ein Bücherregal und daneben ein Flachbildfernseher. Auf der Couch sitzt ein glückliches Ehepaar und schaut uns entgegen, als wir den Raum betreten. Ich fühle mich einen Moment unwohl und völlig fehl am Platz, aber dann ist es vorbei, als die Frau aufsteht und auf uns zukommt.

Du hast nicht zu viel versprochen, Schätzchen. Ich bin Claire und du musst Isabella sein.“, sagt Angelas Mutter lächelnd und streckt mir die Hand entgegen.

Ja und mein Sohn Levi.“, erkläre ich ihr lächelnd. Sie strahlt solch eine Wärme aus und ich spüre die Liebe zu ihrer Tochter.

Es freut mich euch kennenzulernen.“, sagt Claire. „Das ist mein Mann Thomas.“, fügt sie noch in die Richtung ihres Mann hinzu.

Es freut mich.“, antworte ich höflich und lächelnd, weil ich einfach nicht anders kann. Ich weiß nicht, wie man sich hier nicht wohl fühlen kann.

Die nächste Zeit verfliegt wie im Flug. Wir haben direkt neben dem Baum einen Platz für Levi gefunden, der ihm genehm ist. Er streckt die Hände aus um nach den Kugeln zu greifen, die aber unerreichbar sind. Er ist aber auch zu müde, um sich umzudrehen und los zu krabbeln. Wir essen ein leckeres Festmahl und sitzen dann zusammen im Wohnzimmer und unterhalten uns angenehm. Inzwischen schläft Levi in meinen Armen und hält dabei eine Haarsträhne fest umklammert.

Wie gefällt dir das Studium bis jetzt, Isa?“, fragt Claire mich lächelnd.

Mum.“, stöhnt Angela auf, aber ich winke nur ab.

Mir gefällt es sehr gut. Es scheint der richtige Weg zu sein.“, sage ich lächelnd.

Es war nicht deine erste Wahl?“, fragt Thomas vorsichtig nach.

Ich wollte immer Pflegemutter werden, aber Levi hat mir gezeigt, dass aus mir mehr werden sollte.“, lächele ich.

Das kann ich verstehen.“, antwortet Claire verstehend. Danach reden wir längere Zeit nichts mehr. Ich fahre meinem Liebling durch das Haar, ziehe meine Haarsträhne vorsichtig aus seinen Fingern und drücke ihm einen Kuss auf die Stirn. Ich hatte schon lange keinen so ruhiges Weihnachtsfest mehr. Seitdem ich denken kann, haben meine Eltern die Gesellschaft eingeladen mit ihnen zu feiern und das große Haus ist überfüllt mit Menschen. Kein geselliges Weihnachtsfest mit der Familie, sondern gleich mit der ganzen Gesellschaft. Hier ist es etwas komplett anderes. Familiär und liebevoll. Sie nehmen mich auf, als hätte ich es verdient. Vielleicht habe ich das auch endlich. Glücklich sein.

Am nächsten Tag...

Es ist schön, in den Armen meines kleinen Glücks wachzuwerden. Levi schläft noch und er wirkt so friedlich. Dabei war die Nacht überhaupt nicht ruhig. Er war jede Stunde wach und hat lauthals geschrien. Die Umgebung ist wohl zu unbekannt und ungewohnt, sodass er nicht gut schlafen konnte. Aber jetzt ist er tief und fest am schlafen. Gähnend stopfe ich die Kissen um meinen Sohn fest und gehe ins Badezimmer, welches an das Gästezimmer angrenzt. Ich lasse die Tür aber auf, sodass ich Levi hören kann, sollte er aufwachen. Ich mache mich schnell fertig und gehe dann zurück. Levi ist inzwischen wach geworden und strampelt wild mit den Beinen und Armen.

Ich hab gedacht, du schläfst noch mindestens eine Stunde.“, tadele ich meinen Sohn leise und nehme ihn hoch. Er brabbelt unverständliches Zeug, aber er ist glücklich.

Und ich habe gedacht, hier wäre keine Ruhe mehr.“, sagt Angela kichernd, als sie den Kopf durch die Tür steckt.

Ich hoffe, wir haben euch nicht allzu oft gestört.“, sage ich entschuldigend.

Nein. Und wenn war es eine vergnügliche Abwechslung.“, sagt Angela abwinkend.

Dann glaube ich dir mal.“, sage ich noch und dann brechen wir in Gelächter aus. Angelas Familie ist locker und man kann ihnen nichts vorwerfen. Sie sind einfach unglaublich und ich bin froh, dass ich mit ihnen Weihnachten verbringen darf. Die Tage waren einfach klasse und dabei haben wir nur zusammengesessen und mit Levi gespielt. Tage, die man entspannen und genießen konnte. Als wir wieder nach Hause fahren, bin ich traurig und ich kehre nicht gern wieder in meinen Alltag zurück. Aber leider bleibt mir nichts anderes übrig.

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